Erzählkultur

Grundlagen • Ausbildung • Weiterbildung
Wenn Worte Flügel bekommen

langmezrneu

Modul I: Erzählkompetenz

Ausbildung Märchen erzählen

Märchenwissen, Erzählrepertoire, Auftrittsdramaturgie

Mit dem Erzählen von überlieferten Geschichten wird das Immatrielles Kulturerbe weitergetragen und das Wissen von Generationen bewahrt. Wie wird frei erzählt? Welche Erzählung passt zu welchem Publikum? Wie lässt es sich zeitlos doch aktuell erzählen? Welche Hintergründe muss man verstehen, um ein Märchen erzählen zu können?
In der Ausbildung Märchen erzählen wird mit viel Hintergrundwissen, Lerntechniken und Freude an diesen Themen gearbeitet und gemeinsam eine Erzählkompetenz erreicht. Ziel ist ein Repertoire an Märchen, das sich für alle Generationen und vielfältige Engagements eignet und auch den Einsatz im täglichen Gebrauch ermöglicht; eine natürliche Erzählpräsenz, in der die Aussage der Märchen zur Geltung kommt, ein kompetentes Wissen darüber, was die überlieferten Erzähltexte ausmacht, aus welchem Kontext sie stammen und wie man sie lebendig und frei erzählen kann. 


Mit dieser Ausbildung erhältst du Zugang zur Schweizerischen Vereinigung der ausgebildeten Erzählenden: Netzwerk Mutabor Märchenkultur
Dort stehen dir umfangreiche Datenbanken mit Tausenden von Märchen, Fachliteratur, die Enzyklopädie des Märchens online, Vorlagen und Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung und es ermöglicht dir den Kontakt zu mehr als 600 ausgebildeten Erzählenden.


Anmeldung

Informationen
• Ausbildungsbeginn 2026: August 2026 (Plätze auf der Warteliste)
• Ausbildungsbeginn 2027: September 2027 (freie Plätze)
Ausbildungsleitung
Inhalt der Ausbildung
Ausbildungskosten und Seminarort
• Voraussetzung: Grundlagenseminar 
Anmeldung

Mit dieser Ausbildung wirst du Teil vom Netzwerk Mutabor Märchenkultur, der schweizerischen Vereinigung ausgebildeter Erzählender.

 

Das Wissen über die Märchen
Der Zugang zu unterschiedlichen Quellen und Hinweisen zur Zeit der Verschriftlichung sowie zu den verschiedenen Motiven ermöglicht eine ganz eigene Gestaltung der Erzählstoffe. Das erarbeitete Repertoire mit überlieferten Geschichten aus verschiedenen Kulturen und für unterschiedliche Altersgruppen erlaubt das Erzählen bei fast jedem Anlass. Das nötige Hintergrundwissen wird zum Baustein für die individuelle Umsetzung im eigenen beruflichen Umfeld und in verschiedenen Veranstaltungsituationen.

Techniken des Erzählens
Langjährig erarbeitete Erzähltechniken helfen, die eigentliche Bildsprach der gewählten Märchen zum Tragen zu bringen. Dabei wird ein Gleichgewicht zwischen Gestik, Stimmlagen, Mimik und ausgewählten Worten gesucht, das den überlieferten Geschichten gerecht wird und gleichzeitig der Begabung der Erzählenden entspricht. Schritt für Schritt wird über die Auftrittsdramaturgie erarbeitet und persönlich gestärkt, bis zum gemeinsamen Auftritt im öffentlichen Bereich.

Vernetzt in der Erzählkultur
Die Ausbildung ermöglicht den Zugang zur Vereinigung von ausgebildeten Erzählenden, dem Netzwerk Mutabor Märchenkultur.  Es verfügt über Datenbanken 10'0000 Märchen, Zugang zu Fachbereichen, wie der Enzyklopädie des Märchens, digitalisierten Sammlungen und dem Erzählkalender mit über 600 Erzählanlässen pro Jahr. Das ermöglicht den idealen Einstieg in die öffentliche Erzählkultur, ob im pädagogischen, pflegerischen oder im künstlerischen Bereich mit individuellem Erzähl-Profil. Die 600 ausgebildeten Erzählenden werden in ihrer Öffentlichkeitsarbeit gefördert und tauschen sich in regionalen Netzwerk-Treffen aus.

Djamila Jaenike, Märchenpädagogin, Präsidentin der Mutabor Märchenstiftung, Herausgeberin von Märchenanthologie, sowie Redakteurin der Fachzeitschrift Märchenforum.
Erfahrungsschatz: Über 30 Jahre Seminartätigkeit im Bereich Märchen- und Erzählkultur mit mehr als 30 Seminaren jährlich, über 50 Erzählausbildungen und mehr als 800 ausgebildeten Erzählenden. Betreuung von über 100 Ausgaben der Fachzeitschrift Märchenforum sowie Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus unterschiedlichen Disziplinen. Autorin von mehreren Märchensammlungen. Seit über 25 Jahren ehrenamtlich in der Öffentlichkeitsarbeit für Märchen- und Erzählkultur tätig; Stifterin und Präsidentin, der Mutabor Märchenstiftung.

Fachdozent: Hasib Jaenike, Psychologe und Märchenerzähler.


Arbeitsweisen

Ausbildungsziele       
Einsatz der Erzählkompetenz in verschiedensten Situationen, ob in der Familie, Pädagogik oder dem Bühnenbereich mit einem abgestimmten Repertoire von Märchen verschiedener Märchentypen. Sicherer Umgang mit Zeitbegrenzungen und unterschiedlichem Publikum. Integration in den Kulturmarkt mit Hintergrundwissen zu Honoraren, Quellenrechten und der Kenntnis der eigenen Fähigkeiten im Sinne des Erzählens nach Potential und Ressourcen.  Umsichtiger Umgang mit Präsenz in der Öffentlichkeit.   

Potential entdecken
Mit dieser Ausbildung erhalten alle TeilnehmerInnen das Werkzeug in die Hand, Märchen frei und lebendig zu erzählen. Vielfältige Techniken und erfahrene Begleiter stehen zur Verfügung, um die Kunst des Erzählens zu entfalten. Die verschiedenen Übungen während der Seminare bilden den Grundstock, um Blockierungen zu lösen, Fähigkeiten auszubauen und Stimme, Sprache und Körperausdruck zu fördern, um zu einem individuellen Erzählen zu führen. Um das eigene Potential weiter zu entwickeln, werden sie zwischen den Seminaren so oft wie möglich angewandt und geübt.

Zuhören, Wahrnehmen, Austauschen
Das Lauschen auf die Worte des Märchens und der Austausch über die Wahrnehmung des Erzählens bereichert mit verschiedenen Einsichten und Impulsen. Kleingruppen- und Partnerarbeit fördern das individuelle Erzählen und den persönlichen Austausch. Über die Ausbildungszeit sammelt sich ein reicher Märchenschatz aus den Kulturen dieser Welt an, der nicht nur die Vielfältigkeit zeigt, sondern auch Vorlieben, Besonderheiten und  Möglichkeiten der Erzählenden.

Vertiefen der Märcheninhalte
Die Erarbeitung der Märchen und der Erzählkompetenz wird mit unterschiedlichen Techniken gefördert, die die Sinne ansprechen und zu einer individuellen, kreativen Erarbeitung der Inhalte anregen. Dazu gehören das Rollenspiel, Stimm- und Darstellungsübungen und verschiedene Materialien, wie Farbe, Papier und Märchenwolle.

Persönlicher Entwicklungsweg
Der persönliche Einsatz ist einer der wichtigsten Grundsteine auf dem Weg zur MärchenerzählerIn: Das Suchen und Finden von Märchen, die Auseinandersetzung mit den eigenen Assoziationen, die Freude am inneren Erleben, das Aufarbeiten der Seminarthemen und das Anwenden der gelernten Übungen. Mit schriftlichen Märchenarbeiten wird das Hintergrundwissen zwischen den Seminaren vertieft und das Verständnis der Aussagekraft der Märchen gefördert. Auftrittsaufträge im kleinen Kreis, in einer Institution und schliesslich einem öffentlichen und selbst organisierten Anlass bauen die Erfahrung und Selbstsicherheit für die Zeit nach der Ausbildung auf.

Zertifikat
Nach Abschluss der Ausbildung erhalten die Absolventinnen und Absolventen ein Teilnahme-Zertifikat. Nun beginnen die Lehr- und Wanderjahre, in denen sie das Märchen begleiten wird. Das Netzwerk unterstützt die Erzählenden bei ihrer Märchenarbeit in der Öffentlichkeit.

Zeitlicher Aufwand    
Mindestens eine Stunde pro Woche (Stimmübungen, Erzählaufträge, schriftliche Arbeiten). Es werden anhand von Vorlagen sieben schriftliche Arbeiten zu individuell ausgewählten Märchen erstellt. Voraussetzung: Word (PC/Mac). Die Beratung und Begleitung während der Ausbildung ist kostenlos. Mit grosser Freude unterstützen wir die Teilnehmenden mit Ratschlägen und Hilfe bei den Arbeiten zwischen den Seminaren. Ziel ist nicht eine perfekte Arbeit, sondern eine möglichst umfassende Erarbeitung des jeweiligen Märchens. Im Laufe der Ausbildung nehmen die Erzähltrainings zwischen den Seminaren zu, vom Erzählen im Bekanntenkreis und in der Institution bis zum öffentlichen Auftritt im Rahmen der Intensivtage und einer selber organisierten Veranstaltung. Öffentliche Engagements können erst nach den Intensivtagen angenommen werden.


Inhalt der Ausbildung

Ausbildungsziel       
Einsatz der Erzählkompetenz in verschiedensten Situationen, ob in der Familie, Pädagogik oder dem Bühnenbereich, mit einem abgestimmten Repertoire von Märchen verschiedener Märchentypen. Sicherer Umgang mit Zeitbegrenzungen und unterschiedlichem Publikum. Integration in den Kulturmarkt mit Hintergrundwissen zu Honoraren, Quellenrechten und der Kenntnis der eigenen Fähigkeiten im Sinne des Erzählens nach Potential und Ressourcen.  Umsichtiger Umgang mit Präsenz in der Öffentlichkeit.   

1. Seminar: Bildsprache und Erzählkompetenzen entwickeln
Auf der Grundlage der Symbolsprache der überlieferten Märchen entsteht eine individuelle Umsetzung der Bilder in ein persönliches, lebendiges Erzählen. Zaubermärchen, Mythen, Sagen, Legenden -  für den Aufbau eines Repertoires stehen zahlreiche verschiedene Märchentypen zur Verfügung, die nach einer differenzierten sprachlichen Umsetzung der Märchenbilder verlangen. Was bringt ein Märchen an kultureller und sozialer Färbung mit und wie lässt sich diese beim Erzählen einsetzen? Übungen zum persönlichen Sprachschatz und dem Umgang mit Motiven und Fassungen erweitern die persönlichen Kenntnisse.

2. Seminar: Stimm- und Klangstrukturen
Jede Erzählung ist mehr als nur Wort. Dahinter verbirgt sich eine Melodie aus Klängen, die den Spannungsbogen des Märchens bilden. Das Instrument der Erzählenden ist die Stimme. Ihr Klang, ihre Färbung, Lautstärke und Aussagekraft verbindet sich mit dem individuellen Dialekt und dem gewählten Märchen zu einem lebendigen Ganzen. Mit verschiedenen Techniken wird am Klang der Stimme und dem Zauber der Worte gefeilt – eine individuelle Märchensprache entsteht.

3. Seminar: Akkustik und räumliche Atmosphäre
Jedes Märchen entwickelt eine eigene Stimmung und Aussagekraft, die nicht nur mit dem Anlass und dem Publikum, sondern auch mit der Atmosphäre eines Raumes und der Ausstrahlung der Erzählenden harmonieren sollte.  Die Grundlagen des alters- und situationsgerechten Erzählens werden erarbeitet. Zahlreiche Übungen, von der Gestaltung des Bühnenbereichs bis zu Akkustikübungen, und zu ersten Techniken der Auftrittsdramaturgie und der Pflege des Repertoires werden hier zum Einsatz kommen.

4. Seminar: Körperausdruck und Gestik
Jeder Mensch entwickelt im Lauf des Lebens einen ganz eigenen Körperausdruck. Beim Erzählen geht es darum, die Mimik, Gestik und Körperhaltung bewusst und gezielt einzusetzen. So können Figuren charakterisiert  und Vorgänge unterstützt werden. Wie bewegt sich ein König, wie spricht eine Fee, wie viel Bewegung ist nötig? Neue Freiräume werden geöffnet und Wege zum persönlichen Ausdruck ausprobiert.

5. Seminar: Altersgerechtes Erzählen für Kinder
Kinder sind ein ganz besonderes Publikum. Ihre lebendige Art fordert beim Erzählen heraus, gleichzeitig zentriert und spontan zu sein. Mit einfachen Mitteln können wir die kleinen Gäste in das Märchenreich führen und sie in das Erzählen einbeziehen. Wichtig ist das Gefühl für altersgerechte Märchen und eine Erzählweise, die die Sinne der Kinder in ihren unterschiedlichen Bedürfnissen ansprechen kann.

6. Seminar: Auftrittsdramaturgie, Erzählen für ältere Menschen
Um die ZuhörerInnen zu erreichen, braucht es den Mut, auf lebendige Art auf das  Publikum zuzugehen. Es werden Möglichkeiten ausprobiert, wie das Erzählen mit den Figuren und Geschehnissen lebendig wird, auch für ein älteres Publikum. Die Interaktion mit den Zuhörenden, der Einbezug von Stimme, Klang oder Requisiten und die ganz persönliche Intention beim Erzählen stehen im Mittelpunkt.

7. Intensivtage: Erzählen in der Öffentlichkeit
Jedes Publikum und jeder Auftritt erfordert eine unterschiedliche Vorbereitung der Erzählenden. Von der Werbung, dem Programmentwurf bis zum Honorar gehören viele Dinge dazu. Den Höhepunkt bildet der öffentliche Auftritt der Erzählenden.

8. Abschlussseminar: Kompetenzen des Erzählens
Nun gilt es, die Balance zwischen Auftritten  im Scheinwerferlicht und dem Erzählen in Institutionen und im Beruf zu finden. Wie kann eine Erzählerfahrung verarbeitet werden, wie wird das Niveau gehalten oder verbessert? Dabei geht es auch darum, dem Erzählen einen sinnvollen Rahmen entsprechend der eigenen Ressourcen und Begabungen zu geben.

Was kommt danach?
Mit der Mitgliedschaft im Netzwerk Mutabor Märchenkultur kann direkt ein Platz in der Liste der Märchenerzählenden eingenommen werden. Das Netzwerk unterstützt mit Erzählaktionen, Werbematerial und Erzählgelegenheiten. Viele Erzählende bilden sich weiter mit den Ausbildungen der Module II - IV oder einzelnen Weiterbildungs-Seminaren.

 

Ausbildungsdaten

Beginn Ausbildung ab August 2026

  1. Seminar Sa/So 15./16. August
  2. Seminar Sa/So 31.10./1. November
  3. Seminar Sa/So 16./17. Januar 2027
  4. Seminar Sa/So 03./04. April
  5. Seminar Sa/So 19./20. Juni
  6. Seminar Sa/So 07./08. August.
  7. Intensivtage Mi-So 13.-17.Oktober
  8. Abschluss Sa/So 19./20 Februar 2028


Seminarzeiten: Samstag 9.30 bis ca. 21.30 Uhr, Sonntag, 9.00 bis 16.20 Uhr. Intensivtage: Mittwoch 9.30 bis Sonntag 14 Uhr.
Terminänderungen möglich

Daten Start ab September 2027 

  1. Seminar 11./12.9.2027
  2. Seminar 20./21.11.2027
  3. Seminar 15./16.1.2028
  4. Seminar 01./02.4.2028
  5. Seminar 10./11.6.2028
  6. Seminar 5./6.8.2028
  7. Intensivtage 04.-08.10.2028
  8. Seminar 24./25.2.2029

Seminarzeiten: Samstag 9.30 bis ca. 21.30 Uhr, Sonntag, 9.00 bis 16.20 Uhr. Intensivtage: Mittwoch 9.30 bis Sonntag 14 Uhr.
Terminänderungen möglich


Ausbildungskosten

Seminarkosten
CHF 3'700.-.  Nach Bestätigung des Ausbildungsplatzes ist eine Anzahlung von CHF 370.-  fällig (10%). Der Restbetrag ist bei Seminarbeginn fällig. Zahlreiche Institutionen fördern und unterstützen die Teilnahme an unseren Ausbildungen. Fragen Sie bei Ihrem Arbeitgeber nach.

Mitgliedschaft im Netzwerk Mutabor Märchenkultur
Zur Ausbildung gehört die Mitgliedschaft im Netzwerk Mutabor Märchenkultur mit Zugang zu mehreren tausend Märchen, Hintergrundinformationen, Lernmaterial und Werbevorlagen für die Öffentlichkeitsarbeit und das Abonnement der Zeitschrift Märchenforum mit zahlreichen Beiträgen rund um die Märchenarbeit.
Kosten Mitgliedschaft pro Jahr: CHF/Euro 99.-,inkl. Abonnement Märchenforum

Ausbildungsort
Seminarhotel Hirschen. Bitte beachten Sie die jeweilige Hotelpauschale. Sie wird direkt an das Seminarhaus bezahlt (mit oder ohne Übernachtung). Wir empfehlen allen Teilnehmenden im Seminarhaus zu übernachten. Während der Intensivtage ist die Übernachtung obligatorisch.


Anmeldung

Freie Plätze werden nach Eingang  der Vormerkung vergeben.  Nutzen Sie dafür das Anmeldeformular. Die Ausbildungen sind meist früh im voraus ausgebucht und können erst nach der Teilnahme an einem Grundlagen-Seminar berücksichtigt werden. Gerne können Sie sich bei der Anmeldung zum Grundlagen-Seminar bereits provisorisch vormerken lassen. Nutzen Sie dafür das Feld in der Anmeldung zum Grundlagenseminar.