Erzählkunst

Erzählen ist eine Kunst des Miteinanders. Zuallererst ist da eine überlieferte Geschichte. Sie wurde bereits vor langer Zeit von denen erzählt, die vor uns da waren. Es gibt kaum einen Lebensbereich, der von unseren Ahnen nicht in Märchen gefasst und überliefert wurde. Manchmal wurden sie aufgeschrieben, dann wieder erzählt, wieder aufgeschrieben und wieder neu erzählt.
Der Märchenerzähler erzählt seine Märchen ohne jegliches Buch. Das ermöglicht ein individuelles Eingehen auf das Publikum. Dass es so viele unterschiedliche Märchen und Geschichten gibt, macht die Erzählkunst fast überall einsetzbar. Ob bei einer Hochzeit, einem Firmenfest, in der Weiterbildung, Pädagogik; ob kurzes Erzählprogramm oder langer Märchenabend - die Märchen bieten vom kurzen Schwank bis zum langen orientalischen Zaubermärchen alles, was das Ohr begehrt.


Der Märchenerzähler

Hasib Jaenike, geboren 1949, wurde von klein auf von Geschichten geprägt. Erst waren es die Geschichten vom Krieg, die die Familie zur Flucht aus Stettin zwang und in Flüchtlingslager nach Westdeutschland führten. Im Koffer lag eine dreibändige Ausgabe der "Kinder- und Hausmärchchen" der Brüder Grimm. Sie waren Erstlesebücher und Inspiration zugleich. Von den 200 Grimmschen Märchen haben einige ihren Platz im Repertoire des Erzählers gefunden.
Nach dem Studium der Psychologie und der Arbeit als Psychologe führten ihn zahlreiche Reisen in fremde Kulturen, und so kamen auch Geschichten mit nach Hause. Vor allem aber die Einsicht, dass Märchen neue Erkenntnisse ermöglichen, nicht nur für den Märchenerzähler, auch für die Zuhörenden. So führte der Weg schlussendlich zum Erzählen und vom Erzählen auch zur Weitergabe der Erzählkunst in der Schule für Märchen und Erzählkultur. Als Präsident der Mutabor Märchenstiftung liegt ihm der Erhalt der Märchen- und Erzählkultur besonders am Herzen.


Individuelle Erzählprogramme

In den vergangenen Jahrzehnten sind zahlreiche Erzählprogramme entstanden, meist gemeinsam mit Musikern und Musikerinnen. Jedes Jahr zur Märchenzeit - der Zeit der Erzählkunst in der Schweiz - wird zu einem Motto erzählt, das sich am Internationalen Jahr der UNO orientiert. Das vielseitige Repertoire beinhaltet Geschichten aus dem traditionellen Tuti-Nameh, der orientalischen Märchensammlung der Prinzen Konstantinopels, wie auch zahlreiche Märchen aus dem Schweizer Märchenschatz oder der Sammlung der Brüder Grimm.


Die Zuhörenden

Einer Geschichte zu lauschen ist aktives Zuhören. So schenken die Zuhörenden dem Erzähler ihre Aufmerksamkeit. Wichtig ist die Akustik eines Raumes. Platz braucht es nur wenig, selbst der Zeitanspruch ist relativ klein. Lassen Sie sich beraten und freuen Sie sich auf ein einmaliges Erlebnis.


Erzählen in Schulen mit dem Kulturgutschein

Märchen und Geschichten sind lebendiges Kulturgut. Sie verbinden ethische Werte wie z.B. Mut, Demut, Gemeinschaft und Respekt mit pädagogischen Zielen wie Sprach- und Hörkompetenz, Konzentration und positivem Handeln.
Es werden Märchen aus verschiedenen Kulturen lebendig erzählt, nach Altersstufe zusammengestellt und gegenwartsbezogen kommentiert. 

Hier können Lehrpersonen das Angebot bei der Erziehungsdirektion buchen.


Kontakt

hasibjaenike@maerchen.ch
034 431 51 31